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Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl |
Grabsteinprojekt Moses Wolf
Stand: März 2026
„Ein Grabstein kehrt zurück – Erinnerung und Verantwortung.
Das Schicksal der jüdischen Familie Moses Wolf aus Bensheim“
Historische Ausgangssituation:
In unmittelbarer Nachbarschaft zu Kaufhaus Ganz (Hauptstraße 58) befand sich bis 1936 die Mehl- und Futterhandlung des jüdischen Kaufmanns Moses Wolf (1860-1927), die nach dessen Tod von seiner Witwe Hannchen Wolf geb. Rosenthal (1860-1942) weitergeführt wurde, dann aber „arisiert" wurde. Ihrem Sohn Jakob Wolf und dessen Familie gelang 1937 die Flucht in die USA, Hannchen Wolf aber wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert und ermordet.
Im Entschädigungsverfahren Anfang der 1960er-Jahre macht Jakob Wolf auch Ansprüche auf die Herrichtung des Grabmals seines Vaters auf dem jüdischen Friedhof in Alsbach geltend, da dieses "vollständig zerstört worden" sei. Weiter heißt es in einem Anwaltsschreiben: „Die Tafeln mit Inschrift sind vollständig verschwunden bezw. in so kleine Stücke geschlagen, daß mein Mandant anläßlich seiner Anwesenheit in Deutschland vor einigen Wochen das Grab garnicht mehr mit Sicherheit feststellen konnte." Das Ausmaß der Zerstörung dokumentiert ein Schreiben des Landrats an den Regierungspräsidenten vom 14.11.1962, in dem es nach erfolgter Ortsbegehung heißt: „Das Aussehen der Bruchfläche läßt darauf schließen, daß die Zerstörung bereits viele Jahre zurückliegt und gewaltsam erfolgt sein muß. Dies trifft auch teilweise auf einige andere Grabdenkmäler zu."
Die Entschädigungssache in der Angelegenheit des zerstörten Grabsteines wurde schließlich durch einen Vergleich in Höhe von 2.000,- DM abgeschlossen. Das Grab (Nr. 1872) befindet sich laut LAGIS-Beschreibung bis heute in einem desolaten Zustand: „Von der Tafel mit der Grabinschrift ist nur ein Fragment erhalten." Tatsächlich galt die Grabplatte nach der Dokumentation der deutschsprachigen Rückseite durch das Bildarchiv Foto Marburg (1985) als verschollen und wurde erst 2025 durch die Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl wieder aufgefunden (BA 10.12.2025).
Unsere Projektidee:
Wiederherstellung und Wiedererrichtung des Grabsteins (Termin: Mai 2026), finanziert durch eine Spendenaktion (Spendenziel: 5000 EUR). Beantragt wurden bereits Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Demokratie lebt“ („Partnerschaft für Demokratie“ Bensheim). Flankiert werden soll die Aktion durch eine wissenschaftliche Aufarbeitung und Veröffentlichung des Schicksals der Familie Wolf in geeigneter Form durch unsere Geschichtswerkstatt sowie durch eine Stolpersteinverlegung für Familie Wolf vor dem Haus Hauptstraße 58, in Absprache und Kooperation mit der Stadt Bensheim.
Spendenkonto:
VEREIN FREUNDE DER GESCHW.-SCHOLL-SCHULE E.V.
IBAN: DE61 5095 0068 0001 0536 28
Verwendungszweck: „Spende Grabsteinprojekt Moses Wolf“


