Hessischer Bildungsserver / Arbeitsplattformen

Konzept

Mefobi@n

Medienfortbildung für Ausbilderinnen und Ausbilder im Netzwerk

Ausgangslage

Das Medienangebot in unserer Gesellschaft wird immer vielfältiger. Die flächendeckende Versorgung mit schneller werdenden Internetzugängen sorgt für ein äußerst vielfältiges Medienangebot und eine bislang nicht bekannte Informationsfülle. Klassische Medien werden zunehmend digitalisiert und somit individuell und zeitunabhängig per Internet nutzbar. Bei den Schülerinnen und Schüler haben die digitalen Medien den klassischen Medien längst den Rang abgelaufen. Im Web 2.0 geht es nicht mehr um die Frage, ob man drin ist, sondern ob man „on“ ist, also eine ständige Internetverbindung hat und immer erreichbar ist. Die breitbandigen Internetzugänge ermöglichen den Konsum von Audio-, Video- und Foto-Angeboten wie zum Beispiel von Podcasts, YouTube und Flickr. In webbasierten sozialen Netzwerken wie dem SchülerVZ bilden Schülerinnen und Schüler Communities, gestalten ihre Online-Profile, erstellen Fotoalben und chatten über Instant-Messenger. Mit Wikis, Foren und Blogs kommunizieren sie mit Menschen auf der ganzen Welt.

 Damit die Schule sich den aus der Medienwelt resultierenden Herausforderungen stellen kann und lernt, die medialen Angebote für den Unterricht adäquat zu nutzen und die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern und zu entwickeln, müssen in der Ausbildung Auswirkungen und das didaktische Potential der neuen Medien erschlossen werden. In der Lehrerausbildung der zweiten Phase haben sich in den vergangenen Jahren die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst in Modulen zum Thema „Medien und Methoden einsetzen“ mit medien- und informationspädagogischen Fragestellungen auseinander gesetzt. In den gymnasialen Studienseminaren wurden Themen und Inhalte solcher Module auch in die fachbezogenen Module integriert. Im Konzept des Amts für Lehrerbildung zur Optimierung der modularisierten Ausbildung in Hessen sind eigenständige Module „Methoden und Medien einsetzen“ nicht mehr vorgesehen. Medien- und informationspädagogischen Fragestellungen müssen daher zukünftig in allen allgemeinpädagogischen und unterrichtsbezogenen  Modulen aufgegriffen und behandelt werden. Dies setzt einerseits eine grundlegende Medienkompetenz bei allen Ausbilderinnen und Ausbildern voraus, andererseits muss Gelegenheit gegeben werden die eigene Medienkompetenz zu erweitern und sich mit aktuellen Entwicklungen im Medienbereich vertraut machen zu können.

Medienfortbildung für die Ausbilderinnen und Ausbilder

Die eigene Medienkompetenz ist wesentliche Voraussetzung für die kompetente Auseinandersetzung der Ausbilderinnen und Ausbilder und der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst mit neuen Medien in den Modulen. Im Projekt „Medien und Module“ wurden von fachdidaktischen Expertengruppen aus Ausbilderinnen und Ausbildern ausgewählter Studienseminare Konzepte zur Integration der neuen Medien in die auf den Unterricht bezogenen Module entwickelt. Im Nachfolgeprojekt „Netzwerk Medienseminare“ wird diese Entwicklungsarbeit unter Fokussierung auf die Vernetzung fortgeführt.

Für die erste Phase der Lehrerausbildung hat das Projekt Lehr@mt in einigen Fächern medienbezogene Konzepte, Materialien und Fortbildungen entwickelt. Das dabei entstandene Know-how ist mit Blick auf die Vernetzung der Teilprojekte für die Fortbildung der Ausbilderinnen und Ausbilder zu nutzen und in die Ausbildung der zweiten Phase zu transferieren.

Zentrale Aufgabe des Projekts Mefobi@n ist die Durchführung medienbezogener Fortbildungen für die Ausbilderinnen und Ausbilder. Das theoretische Fundament bildet das Konzept der kompetenzorientierten Mediendidaktik. Die Praxis orientiert sich an der medialen Umsetzung im Kontext fachspezifischer Inhalte, Methoden und Kernkompetenzen. Dabei wird auf den Erfahrungen und Ergebnissen der genannten Projekte aufgebaut und eine enge Kooperation mit den Personen realisiert, die in den Leitseminaren ihre Fächer vertreten beziehungsweise im Projekt Lehr@mt mitgewirkt haben.

Im Unterricht und in der Ausbildung werden zukünftig Elemente des E-Learning eine größere Rolle spielen. Die Auseinandersetzung mit Ausbildungsthemen und -inhalten kann sich nicht auf klassische Formen wie Präsenzphasen, Literaturstudium und häusliche Vorbereitung beschränken. In einer professionellen Gestaltung der pädagogischen Ausbildung müssen vielfältige Formen des Lehrens und Lernens praktiziert werden und E-Learning darf dabei nicht fehlen.

In Zeiten des Web 2.0 sind nicht nur die Schülerinnen und Schüler „on“, auch die Schule und der Unterricht müssen dies sein. Die realen Klassenzimmer sind durch Onlineplattformen um virtuelle Komponenten zu ergänzen. Lernplattformen wie z. B. Moodle, LAKK online oder Lo-Net bieten die Möglichkeit schulisches und häusliches Lernen zu vernetzen, eine umfassende Lernumgebung zu gestalten. Das Projekt Mefobi@n bietet daher speziell Fortbildungen zur Nutzung von Onlineplattformen für Ausbildung und Unterricht an.

Perspektive

Im Projekt Mefobi@n werden Fortbildungsmöglichkeiten angeboten, so dass alle hessischen Ausbilderinnen und Ausbilder sich mit den didaktischen und methodischen Implikationen der neuen Medien vertraut machen können, ihre eigene Medienkompetenz stärken und Onlineplattformen nutzen und in Ausbildung und Unterricht einsetzen können. Sie bringen ihre Kompetenzen in die Gestaltung allgemeinpädagogischer und unterrichtsbezogener Module ein und integrieren so medien- und informationspädagogische Bildung in die Module.

Die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst erhalten damit die Möglichkeit, sich fundiert das Potential der neuen Medien für Unterricht zu erschließen, didaktisch reflektierte eigene Ansätze des Medieneinsatzes zu erproben und Erfahrungen im eigenen Unterricht zu sammeln und zu reflektieren. Durch den Einsatz von Onlineplattformen bereichern Sie den Unterricht um Elemente des E-Learning.

Vernetzung und Kooperation

Als Basis für die nötigen Abstimmungen und gegenseitige Unterstützung der drei Phasen der Lehrerausbildung wird eine enge Vernetzung mit den Projekten „Netzwerk Medienseminare“ und „Lehr@mt“ praktiziert sowie eine Kooperation mit weiteren Projekten von Schule@Zu­kunft eingeleitet.

 

Gerhard Röhner

1.12.2008